Prof. Dr. Johannes Michalak
Mittwoch, 26. Oktober 2022
In den letzten Jahrzehnten wurden in der psychologischen Grundlagenforschung unter dem Stichwort „Embodiment“ zunehmend die Wechselwirkungen zwischen Körper und psychischen Prozessen untersucht. In dem Vortrag soll gezeigt werden, dass der Embodimentansatz auch in der Klinischen Psychologie als ergänzende Perspektive zu bisherigen Erklärungsansätzen für die Entstehung von psychischen Störungen eine wichtige Rolle spielen kann. Nach der Vorstellung der Achtsamkeitsbasierten Kognitiven Therapie zur Rückfallprophylaxe bei Depressionen, eines Ansatzes, der einen starken Körperfokus aufweist, werden in dem Vortrag eine Reihe von experimentellen Studien zum Zusammenhang von Körper und Depression vorgestellt. Dabei wird auf Bewegungsmuster, Sitzhaltung und Eigenschaften des myofaszialen Systems von depressiven Personen eingegangen. In einem weiteren Teil des Vortrags werden Implikationen, die sich aus dem Embodiment-Ansatz für die Behandlung von psychischen Störungen ergeben, vorgestellt.