Pflegende Angehörige werden häufig zu Manager:innen eines kleinen Familienunternehmens namens Pflege:
Der Haushalt und die körperlich-pflegerische Versor-gung müssen geregelt, medizinische Vorschriften umgesetzt und kontrolliert werden.
Verwaltungstätigkeiten wie Anträge bei Pflegekassen, Buchführung, Bankgeschäfte etc. kosten viel Zeit und Energie.
Angehörige müssen möglicherweise Aufwendungen für Pflege und medizinische Behandlungen finanzieren und unter Umständen mit weniger Einkommen über die Runden kommen.
Vielfach zerren durch die Pflegesituation aufbrechende innerfamiliäre Streitigkeiten und Konflikte an den Nerven.
Ein ständig schlechtes Gewissen, möglicherweise nicht genügend für die Angehörigen zu tun, oder der Druck eines gegebenen Versprechens, die Pflegebedürftigen nicht in die stationäre Pflege zu geben, rauben Kraft.
Durch den totalen Einsatz für die Pflegebedürftigen laufen viele Pflegende Gefahr, sich sozial zu isolieren, die eigene Gesundheit zu gefährden und Lebensqualität einzubüßen.
Die scheinbar widersprüchlich formulierten goldenen Regeln sollen neugierig machen und zum Nachdenken anregen. An jede goldene Regel schließen sich sieben Impulsfragen zur Selbstreflexion an.
In diesem Buch bekommen pflegende Angehörige Anregungen, Tipps und Hilfestellungen, wie sie ihre pflegebedürftigen Angehörigen begleiten, dabei gesund bleiben und eigene Lebensqualität erhalten können