716974Die Hosts-Datei in deutscher Sprache
Die Hosts-Datei – der stille Wächter Ihres Computers
Es gibt Dateien auf einem Computer, die kaum jemand beachtet und die dennoch erstaunlich viel Einfluss darauf haben können, was ein System im Hintergrund tut. Eine davon ist die Hosts-Datei. Sie arbeitet unscheinbar, ohne eigene Benutzeroberfläche und ohne zusätzliche Software. Trotzdem kann sie bestimmen, wohin ein Computer eine bestimmte Internetadresse auflösen soll. Genau deshalb ist sie besonders interessant, wenn es darum geht, Netzwerkverbindungen gezielt zu kontrollieren.
Um ihre Funktion zu verstehen, muss man zunächst wissen, was beim Aufruf einer Internetadresse normalerweise passiert. Wenn Sie beispielsweise eine Webseite aufrufen, geben Sie einen Namen ein. Der Computer muss daraus zunächst die dazugehörige IP-Adresse ermitteln. Diese Aufgabe übernimmt normalerweise das Domain Name System, kurz DNS. Vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um eine Art Telefonbuch des Internets: Ein leicht merkbarer Domainname wird einer technischen Netzwerkadresse zugeordnet.
Die Hosts-Datei kann in diesen Vorgang eingreifen. Bevor das Betriebssystem eine Anfrage über das normale DNS-System auflösen lässt, kann es prüfen, ob für den angeforderten Hostnamen bereits ein lokaler Eintrag vorhanden ist. Ist dies der Fall, kann die dort hinterlegte IP-Adresse verwendet werden. Damit entsteht eine bemerkenswerte Möglichkeit: Der Computer muss nicht zwangsläufig dorthin verbinden, wohin der ursprüngliche Domainname normalerweise führt.
Eine Domain kann beispielsweise auf den eigenen Computer zeigen. Dafür wird häufig die sogenannte Loopback-Adresse verwendet. In folgender Form 127.0.0.1.
Wird eine Domain auf diese Adresse verwiesen, führt die Anfrage nicht mehr zum eigentlichen Server im Internet, sondern zurück zum eigenen Rechner. Auf diese Weise lassen sich bestimmte Verbindungen gezielt unterbinden.
Und genau hier wird die Hosts-Datei besonders interessant.
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